Wolkenstürmer trotzen Regen

15.09.2008 · Neu · Redaktion

Flugplatzfest: Besucher des City Airports lassen sich die Stimmung
durch das Wetter nicht vermiesen

"Wer hier war, dem hat's gut gefallen", zog Flugplatz-Chef Reinhard Becker schließlich Bilanz beim Fest am Samstag auf dem City Airport in Neuostheim. Zum Glück hatte es endlich zu regnen aufgehört, so dass die Zuhörer am Abend das Konzert von Claus Eisenmann weitgehend trockengenießen konnten. Das spektakuläre Ballonglühen jedoch fiel den Wetterunbilden des Tages zum Opfer. Auch die Fallschirmspringer konnten
wegen des Regens am Nachmittag nicht starten.

Volker Prokubek aus Ludwigshafen konnte den Turbulenzen am Himmel jedoch positive Seiten abgewinnen. Er ging mit einer Cessna in die Luft und schwärmte: "Das holpert ganz schön in den Wolken, bei schönem Wetter macht das nicht soviel Spaß." Und Vincent Heckmann aus Mannheim setzte sich gleich zweimal in den LGM-Hubschrauber, um sich für 30 Euro pro Flug die Metropolregion von oben anzuschauen. "Das war ruhig wie in
einem Sessel. Und die Sicht überraschend gut", berichtete er.

Alte Dame Cessna

Aber auch wer nicht in die Luft ging, bekam einiges geboten. Jürgen Fuchs präsentierte stolz seine rote Oldtimer-Cessna C 172, Baujahr 1956. Ziemlich herunter gekommen hatte er das Flugzeug in Speyer entdeckt und dann hergerichtet. "Seit drei Jahren fliegen wir damit. Sie macht alles brav mit", erzählte das Mitglied im Badisch-Pfälzischen Flugsportverein von Flügen nach Ungarn und Usedom.

Auch Kollege Michael Ohnemus vom Segelflugverein schwärmte von seinem Hobby: "Mit dem Flieger überm Odenwald Richtung Würzburg geht's besonders gut." Aber auch der Schwarzwald und die Schwäbische Alb gehören zu seinen bevorzugten Zielen mit dem Segelflugzeug. Dazu sei der Flugplatz in Neuostheim ein guter Standort für die rund 50 Aktiven im Verein.

Rund 55 000 Flugbewegungen im Jahr und circa 70 000 Passagiere zählt der City Airport. Und wenn wirklich einmal etwas passieren solle, muss die Flugplatz-Feuerwehr sofort vor Ort sein. Das Gerät für den Notfall konnte auf dem Vorfeld in Augenschein genommen werden. Wenn Manfred Achenbach startet, geht es meist auch um Sekunden. Er ist Pilot des Hubschraubers der Deutschen Rettungsflugwacht und stand mit seinen Kollegen am DRF-Helikopter Rede und Antwort. "Schwer einen Heli zu fliegen? Das kann man lernen wie alles andere auch", sagte er. Schon jetzt stehen über 1000 Notfall- und Transporteinsätze für 2008 ab Neuostheim zu Buche. "Allein im August waren es rund 160", berichtete
Achenbach. Auch für die DRF sei Mannheim "ein idealer, weil zentraler Standort".

 

Redaktionsmitglied Martin Tangl
Mannheimer Morgen
15. September 2008